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Schüler-AG der Leibniz-Schule Offenbach betreibt aktiven Naturschutz
Ein gemeineschaftliches Projekt der CoR-AG „Natur beobachten – Natur schützen“ und dem AHO-Hessen e.V.


Am 01.10.2013 fuhr eine Schüler-AG der Leibniz-Schule Offenbach, die sich mit dem Thema „Natur beobachten – Natur schützen“ beschäftigt, zur Biotoppflege in ein Naturschutzgebiet in der Nähe von Bensheim (Bergstraße). Unterstützt wurden sie durch einige freiwillige ehemalige Schülerinnen und Schüler des Biologie-Leistungskurses von Herrn Werner Klein, die im Frühjahr 2013 ihre Abiturprüfung abgelegt haben. Die Leibniz-Schule Offenbach ist eine sog. Club-of-Rome-Schule, welche sich - neben nachhaltiger Bildung, Wissens- und Erfahrungstransfer - insbesondere für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft der Menschheit einsetzt.
Dort entfernten die Schülerinnen und Schüler zusammen mit einigen Mitgliedern des AHO (Arbeitskreis Heimische Orchideen) ehrenamtlich in schwerer Handarbeit mit Holzrechen das gemähte Gras und transportierten es mit Hilfe von Planen von der zu schützenden Fläche ab. Die notwendigen Materialien (Rechen, Plastikplane und Mistgabeln), sowie Zwetschgenkuchen und Apfelsaft für eine zünftige Pause stellte der AHO zur Verfügung. Die Hintergründe der Notwendigkeit die seltene Flora (und indirekt auch die Fauna) dieses Magerrasens auf diese, auf den ersten Blick nicht mehr ganz zeitgemäß wirkende Art und Weise nachhaltig zu schützen, werden im nächsten Absatz ausführlich dargestellt.

Im Frühjahr 2014 wird die CoR-AG das Naturschutzgebiet erneut besuchen, um den Erfolg des Arbeitseinsatzes in Form blühender Orchideen zu bewundern.

Es gibt viel zu tun Alle packen mit an Fast fertig Die verdiente Pause

Hintergründe

Artenreiche Lebensräume mit vielen seltenen Pflanzen- und Tierarten sind in Mitteleuropa oft stickstoffarme Magerrasen auf kalkhaltigen Böden. Leider sind solche Flächen wegen Überdüngung durch frühere landwirtschaftliche Nutzung und/oder Stickstoffeintrag aus Abgasen von Auto- und Flugverkehr über den Regen, heute selten geworden und bedürfen daher besonderer Pflege.

Einer natürlichen Sukzession zum Wald muss mit einer jährlichen Mahd (oder durch geeignete Beweidung, z.B. durch Schafe) vorgebeugt werden. Diese Mahd darf nicht vor der zweiten Augusthälfte stattfinden, damit die Pflanzen bereits ausgesamt haben. Nach Oktober darf ebenfalls keine Mahd mehr stattfinden, da einige Arten dann schon wieder ausgetrieben haben. Diese Arten assimilieren mit Hilfe ihrer Blattrosette zwischen Oktober und Mai (also über den Winter hinweg) und regenerieren in dieser Zeit ihre unterirdischen Speicherorgane.

Die Mahd und vor allem die Entfernung des Mahdgutes ist aber dringend notwendig, um dem unnatürlichen Stickstoffeintrag entgegen zu wirken. Außerdem würde sonst die Grasnarbe verfilzen und dadurch die konkurrenzschwächeren Pflanzen unterdrücken.

Auch in dem verbleibenden, knappen Zeitraum für die Mahd ist dieser Austrieb der seltenen Pflanzen bereits vorhanden, aber meist noch wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche. Würde man für diese Arbeiten schweres Gerät (z.B. einen Traktor mit entsprechenden Aufsätzen) einsetzen, so würde dieses hohe Gewicht den Boden so stark verdichten, dass die unterirdisch schon vorhandenen Austriebe zerstört würden.

Aus den oben genannten Gründen erfolgt die Mahd Anfang September mit einem leichten, von Hand geschobenen Balkenmäher und das gemähte Gras wird mit Holzrechen von Hand mühsam entfernt.

Text
OStR Werner Klein (Arbeitskreis Heimische Orchideen Hessen e.V.)
Heinestr. 8
64546 Mörfelden-Walldorf
Tel.: 06105/25437
E-Mail